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Ich wär dann soweit.

 
fließende milch auf blauweißkariertem tischgrund mir entgegen, haltlos. gehaltvoll. //

irgendwie geht es immer weiter. pausen, sagte der eisverkäufer unten am strand, pausen sind schlecht fürs geschäft. er zwinkerte und schenkte mir drei kugeln mit sahne. und weißt du, sagte er und lehnte sich über den wagen mir entgegen, der mensch ist zum stillsitzen nicht geboren - sonst hätte er nicht zwei beine und zwei hände. ich nickte und beschloss, mal wieder ein buch zu lesen. //

ich muss jetzt gehen - ach, bleib doch noch. unser abschied hat doch gerade erst begonnen. //

lass das bitte. deine routine ekelt mich an. deine ausreden sind erbärmlich. du bist berauscht an dir selbst. fällst im wechsel auf und hin, doch zu stören scheint dich das nicht. fang endlich an aufzuhören. //

soll werden gut es wenn, werden anders muss es, sagen ich kann viel so aber. fragte plan meinem nach mich er als, sollte antworten ich was, nicht wusste ich. zögern nicht, zurückschauen nicht, halten ich wollte handelns des heft das aber. sich überschlugen ereignisse die. genügen ansprüchen eigenen meinen mühsam nur konnte ich und. zweifelte ich. auf brach ich aber. //

schrift produziert die wiederholung, denn sie ist beliebig oft zu lesen, sagte er und zeigte auf die buchstaben am grabstein. so hatte er sich die sache mit der ewigkeit nie vorgestellt. immerhin, meinte sie, 'leben' haben sie großgeschrieben, das hätte dir gefallen. kein zweifel, dieser ort war geschaffen für widersprüche besonders bitterer art. //

grüße ihn herzlich und belaste dich nicht mit päckchen oder briefen, die er dir vielleicht mitgeben will. erzähle ihm, es geht mir gut, es geht uns allen gut, es könnte nicht besser gehen. lass dich nicht irritieren von dem großen haus, auf dem "bank generale" steht, er wohnt dort wirklich. verliere keine zeit, sei freundlich, aber bestimmt. er wird dich zum essen einladen wollen, sage zu. frage nie warum. //

das flackernde licht im fenster gegenüber macht mich nervös. er hat die kerzen wie zur verteidigung aufgestellt, schattenvertreibend und doch niederbrennend. der rest des zimmers scheint immer dunkel zu sein. ich bilde mir ein, seine augen durch die scheibe zu sehen - längst erloschen in der dämmerung seines lebens. ich betrete die schneebedeckte straße und gehe in die knie. //

du siehst blass aus. verschreckt, angefixt von den letzten sekunden spürbaren glücks, bevor deine welt aus den angeln fiel. es ist wenig übrig geblieben von dem, was war. lautes singen im keller vertreibt die angst, höre ich dich flüstern. doch die zu treffenden töne sind dir ebenso unbekannt wie mir, wie ich. in deiner blässe spiegelt sich das rot des schals, eng am hals. //

du musst laufen, um nicht stehen zu bleiben, vögeln, um nicht alleine zu bleiben und essen, um nicht zu verhungern, sagte sie mir und deckte mich zu. ich hielt es für angemessen, mich zur wand zu drehen. die kühle des betons setzte meinem fortschrittsdrang die grenze, die sie zu öffnen drohte. //

eine hinter afrika verlorengegangene sonne tauchte am morgen des 32. november wieder auf, verlegen grinsend und doch ohne einen anflug schlechten gewissens. um mich zu besänftigen, hüpfte sie zunächst einige male mit großem spektakel auf und ab, ja, sie wusste um meine schwächen. durch die sonnenbrille wirkte das ganze dennoch etwas lächerlich. als ich mich gerade wegdrehen wollte, entdeckte ich ihn. aufgewühlt, versessen, dem unweigerlichen untergang sich entgegenstemmend, begann er dennoch seinen abstieg. ich öffnete die arme und schloss die augen. //

reicht mir mal jemand? oder liegt mein hunger auf 'alles anders' jeden morgen neu zwischen kaffee und schnitten auf diesem tisch herum? das stillsitzen schmeckt mir nicht. das bewegt eingekeilt sein zwischen den perspektiven anderer menschen, die nie meine sind, nie meine waren. ich werde sie nie verstehen, diese leute, die mir das essen versalzen und sich gleichzeitig über meinen durst beschweren. //

als ich zuletzt zwischen übergroßen erwartungen erwachte, senkte sich der himmel wie eine konservierende plane über meinen kopf: "lieferengpass", dachte ich. schon länger habe ich gewusst, dass es so kommen würde. aber die bewegungslosigkeit in meinen gedanken nur mit taten statt entschlüssen zu vertreiben, schien mir klein und nicht genug - denn am ende des tages würde ich abrechnen mit mir selbst, und nur der große wurf würde zählen. beim versuch aufzustehen gab der boden unter meinen füßen nach, und ich bereute es, niemals schwimmen gelernt zu haben. ich strampelte und ruderte hinaus - und meine gedanken begannen mich zu tragen. //

das gute am zuhören ist, dass man nicht redet. aber in meinem selbstgespräch gewann die stille dadurch an raum. sie hinterließ spuren auf dem teppichboden, auf der fensterbank und dem sofa in der küche, deutliche spuren, die mir bisher nur vom hören bekannt waren. sprachlos fuhr ich mit meinen gedanken über die rillen, die das echo so hinterlassen hatte. der schmerz tropfte rot. //

 

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